Aufbissschiene
16. Dezember 2018
Mundatmung
16. Dezember 2018

Eine kieferorthopädische Behandlung kann durch eine Myofunktionelle Therapie optimal unterstützt werden, damit

  1. Die Zähne nach der Zahnspange in der gewünschten Position bleiben (Rezidivprophylaxe).
  2. Die Zahnspange schneller die gewünschten Ergebnisse bringt.
  3. Anpassbeschwerden beim Nachstellen der Zahnspange vorgebeugt werden.

Aus meiner Erfahrung gehen die meisten Zahn- und Kieferfehlstellungen mit Funktionsstörungen der Zunge, der Gesichtsmuskulatur, der Atmung und des Schluckens einher. Ist die Balance zwischen den Muskeln im Mund-Kiefer-Gesichtsystem gestört, werden Zahnfehlstellungen begünstigt. Du kannst dir das so vorstellen: Die Zunge bringt beim Schlucken eine Kraft von 2-3 kg auf. Wird diese Kraft fehlgeleitet, z.B. gegen die vorderen Schneidezähne, dann weichen die Zähne diesem Druck und wandern nach vorne. Ist außerdem kein Lippendruck vorhanden, weil vorwiegend durch den Mund geatmet wird, fehlt hier der Gegendruck der Lippen von außen noch zusätzlich und die Zähne bewegen sich noch weiter nach vorne. Dies ist ein Beispiel, denn die Muskeln können Zähne und Kiefer auf viele unterschiedliche Arten verformen.

Vor allem ein langes Trinken aus der Flasche und die Verwendung von ungeeigneten Trinkhilfen fördern ein falsches Schluckmuster. Meiner Meinung nach sollten Babyflaschen langsam abgewöhnt werden, sobald die ersten Zähne durchbrechen. Sogar allein das Fläschchen am Abend kann die Weiterentwicklung der Zungenfunktion behindern und später zu Zahnfehlstellungen führen.

Ich empfehle Jaw Yoga Trainings bereits für Kinder, um die Muskelfunktion von Gesicht, Zunge und Kiefer optimal zu fördern. Wenn bereits Anzeichen für Zahnfehlstellungen bestehen oder eine Zahnspange geplant ist, ist es sinnvoll eine Myofunktionelle Therapie bei einer Logopädin/einem Logopäden durchzuführen.

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